Die Definition: Was bedeutet „Messie"?
Der Begriff „Messie" leitet sich vom englischen Wort mess (Chaos, Unordnung) ab. Er beschreibt Menschen, die dauerhaft Schwierigkeiten haben ihren Wohnraum zu organisieren, nicht aus Faulheit, sondern aufgrund einer psychischen Belastung.
In der Psychologie wird das Messie-Syndrom als pathologisches Horten bezeichnet (englisch: Hoarding Disorder). Es ist seit 2013 offiziell als eigenständige psychische Erkrankung anerkannt.
„Messies sind nicht unordentlich weil sie wollen, sondern weil sie nicht können. Das ist ein entscheidender Unterschied."
Typische Anzeichen
- Schwierigkeiten Gegenstände wegzuwerfen, auch wenn sie keinen Wert haben
- Wohnräume sind durch Gegenstände so vollgestellt dass sie kaum nutzbar sind
- Starke Angst oder Trauer beim Gedanken Dinge herzugeben
- Scham und sozialer Rückzug, keine Besucher mehr erlaubt
- Stapel von Post, Zeitschriften, Kleidung oder anderen Gegenständen
- Funktionale Räume (Küche, Bad) sind kaum noch nutzbar
Ursachen des Messie-Syndroms
Das Messie-Syndrom entsteht meist nicht über Nacht. Es entwickelt sich schleichend, oft ausgelöst durch:
- Traumatische Erlebnisse: Verlust, Trennung, Tod eines geliebten Menschen
- Depression und Angststörungen: Antriebslosigkeit und Überforderung
- ADHS: Schwierigkeiten mit Organisation und Entscheidungsfindung
- Perfektionismus: Die Entscheidung „was kommt wohin" wird aufgeschoben
- Mangelerfahrungen: Aufgewachsen in Armut, Wegwerfen fühlt sich falsch an
Wann braucht man professionelle Hilfe?
Professionelle Hilfe ist dann sinnvoll wenn:
- Die Wohnsituation die Gesundheit gefährdet (Schimmel, Schädlinge, Hygieneprobleme)
- Familienmitglieder oder Nachbarn betroffen sind
- Eigene Versuche scheitern und die Situation sich verschlimmert
- Die psychische Belastung sehr groß ist