Pathologisches Horten ist mehr als ausgeprägtes Sammeln. Es ist eine anerkannte psychische Störung, bei der das Anhäufen und die Unfähigkeit, sich zu trennen, das Leben stark einschränken. Hier erfährst du, woran man es erkennt und was hilft.
Was ist pathologisches Horten?
Ein zwanghaftes Anhäufen mit großem Leidensdruck.
Beim pathologischen Horten sammeln Betroffene immer mehr Dinge an und können sich kaum davon trennen, selbst von Wertlosem. Die Wohnung wird dadurch nach und nach unbenutzbar.
Anders als Sammler ordnen Betroffene ihre Dinge nicht, und das Anhäufen verursacht Stress statt Freude.
Unterschied zum normalen Sammeln
Ordnung, Freude und Nutzbarkeit machen den Unterschied.
Ein Sammler pflegt und ordnet seine Sammlung und kann sie genießen. Beim pathologischen Horten fehlt diese Ordnung, die Dinge stapeln sich ungeordnet und nehmen den Lebensraum weg.
Der entscheidende Punkt ist der Leidensdruck und die Einschränkung des Alltags.
Welche Anzeichen gibt es?
Volle Räume, blockierte Wege, starker Trennungsstress.
Typisch sind überfüllte Räume, in denen normale Tätigkeiten kaum noch möglich sind, sowie starker Stress beim Gedanken ans Wegwerfen.
Oft kommen Rückzug, Scham und Konflikte mit Angehörigen oder dem Vermieter dazu.
Welche Ursachen stehen dahinter?
Seelische Belastungen und belastende Erlebnisse.
Häufig spielen Depression, Angst, Zwang oder schwere Verluste eine Rolle. Gegenstände geben dann ein Gefühl von Sicherheit, das schwer aufzugeben ist.
Eine einzelne Ursache gibt es selten, meist wirken mehrere Faktoren zusammen.
Welche Folgen hat es?
Gesundheitsgefahren und soziale Isolation.
Mit der Zeit drohen Schimmel, Ungeziefer und Unfallgefahren, dazu der Verlust sozialer Kontakte und im Extremfall der Wohnung. Je früher man gegensteuert, desto leichter.
Auch das Mietverhältnis kann gefährdet sein, wenn die Bausubstanz leidet.
Behandlung und Hilfe
Therapie für die Ursache, Profis für die Wohnung.
Pathologisches Horten lässt sich behandeln, meist mit einer Verhaltenstherapie, die Schritt für Schritt neue Wege im Umgang mit Dingen einübt. Parallel hilft ein einfühlsamer Fachbetrieb, die Wohnung wieder bewohnbar zu machen.
Wir vermitteln dir diesen Betrieb kostenlos, diskret und ohne Urteil.
Häufige Fragen
Ist pathologisches Horten dasselbe wie das Messie-Syndrom?
Die Begriffe überschneiden sich stark. Pathologisches Horten beschreibt die anerkannte Störung, beim Messie-Syndrom steht oft zusätzlich die Verwahrlosung der Wohnung im Vordergrund.
Wann wird Sammeln zum Problem?
Wenn das Anhäufen Stress verursacht, Räume unbenutzbar macht und den Alltag oder die Gesundheit einschränkt.
Kann man pathologisches Horten behandeln?
Ja. Meist hilft eine Verhaltenstherapie, oft kombiniert mit der Behandlung von Begleiterkrankungen.
Was hilft kurzfristig mit der Wohnung?
Ein einfühlsamer Fachbetrieb macht die Wohnung wieder bewohnbar. Nachhaltig wird es zusammen mit therapeutischer Hilfe.
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